Herstellung einer Bohrerschleifvorrichtung

Artikel vom 28.01.2017 um 00:13


Hallo zusammen!

Da ich eine Tormek Nassschleifmaschine besitze und schon einige Zeit mit der überteuerten Tormek Bohrerschleifvorrichtung liebäugle, war es langsam an der Zeit eine eigene zu bauen.

Bevor ich meine Fräse gekauft habe, hatte ich zum Fräsen einen Kreuztisch an den Oberschlitten meiner Drehbank geschraubt. Da ich diesen jedoch nicht mehr benötige, liegt der Kreuztisch seitdem unbenutzt in der Ecke. Daher habe ich mich dazu entschlossen, ihn für die Vorrichtung zu benutzen.

Alles in allem sollte es recht simpel sein. Ich habe mir überlegt, dass ich eine Winkelverstellung für den Spitzenwinkel benötige, der Freiwinkel durch die Exzentrizität zwischen Schleifscheibenmitte und Bohrermitte eingestellt werden kann und eine Bohrerspannung benötige, die den Bohrer symmetrisch fixiert, damit ich durch Umdrehen der Spannvorrichtung die andere Schneide schleifen kann. Ich habe alles ein wenig von verschiedenen vorhandenen Systemen abgekupfert. Nachdem ein paar Skizzen auf dem Block waren konnte ich also beginnen.

Zuerst die Winkelverstellung aus einer Aluronde gefräst. Ich habe mir anfangs Gedanken gemacht, dass ich um den Verschleiß zu minimieren eine Stahlwelle benutze - dann habe ich mir jedoch gedacht, dass ich den Spitzenwinkel höchstwahrscheinlich nicht oft variieren werde. Daher zuerst aus Alu gefertigt (Zerspanen geht ja nachher auch noch :-D ).



Nachdem die Oberseite fertig gefräst war, konnte ich mit der Skala beginnen. Das hat jedoch länger gedauert als gedacht... Ich habe in einer Richtung eine 1° Skalierung hinzugefügt, nach 90° dann nur noch in 5° eingeteilt (wer weiß ob ich diese Seite je benötigen werde - zur Sicherheit habe ich es trotzdem geritzt).




Danach habe ich das Teil gefertigt, was um den eingestellten Winkel gedreht wird und auf dem die Bohrerspannvorrichtung aufgesteckt werden soll. Die hintere Schraube dient zum Einstellen des Spiels, die seitliche zum Klemmen. Mit beiden sitzt es "untrennbar" fest.




Danach musste ich mich an die Bohrerspannvorrichtung machen. Eigentlich recht simpel - zwei identische Platten mit jeweils einer 1,4mm Ecke in der Mitte. Zum Spannen habe ich vier Bohrungen vorgesehen, zum Positionieren zwei Stiftlöcher.




Danach war schon alles fertig, nun musste ich lediglich den Kreuztisch auf die richtige Höhe vor dem Nassschleifer spannen, dann konnten die ersten Bohrer geschärft werden. Hier ein eingespannter Bohrer zwischen den beiden Platten.




Danach den 118° Spitzenwinkel überprüft und damit auch die 31° auf der Vorrichtung.



Vierfacettenschliff an einem 5mm Bohrer mit der Bohrerschleifvorrichtung geschliffen:


Dann konnte geschliffen werden!! Zustellen kann ich mit einer Achse des Kreuztisches, entlang des Schleifsteins kann ich die Vorrichtung durch die Spannnut verschieben, was gleichzeitig der Anschlag in Zustellrichtung ist.




Wenn ich die eine Spannvorrichtung umdrehe kann ich also ab 1,5mm Bohrer einspannen, wobei ich da vorsichtig mit der Ausspannlänge wäre. Ich habe und benutze hauptsächlich Bohrer 4mm+ also für mich kein Problem. Den größten Bohrer, den ich besitze konnte ich auch spannen, leider weiß ich jedoch nicht wie groß er ist (ich vermute ein 26mm Bohrer - habe ihn noch nie verwendet, da ich keine Spannmöglichkeit habe).

Das einzige Problem, was ich mit der Vorrichtung habe, ist, dass ich für einen Vierfacettenschliff den Schraubstock auf eine andere Höhe anbringen muss. Dazu also Abschrauben und einen kleineren Holzblock drunter schrauben. Aber mir reicht auch ein normal geschliffener Bohrer.




Verfassen Sie einen Kommentar zu diesem Artikel:


Möchten Sie bei der ersten Antwort auf Ihren Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden?

Ich stimme zu, dass mein Name, meine E-Mailadresse und meine IP-Adresse im Zusammenhang mit diesem Kommentar gespeichert werden dürfen (Pflichtfeld).